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Malahat SkyWalk: Der hölzerne Riese auf Vancouver Island

Schon während der kurvenreichen Anfahrt über den Malahat Highway ist die wilde Natur auf Vancouver Island zum Greifen nah. Um mir einen Überblick über stille Fjorde und dichte Wälder zu verschaffen, brauche ich jedoch einen Perspektivwechsel. Bei der Aussicht vom Malahat SkyWalk halte ich für einen Moment ehrfürchtig inne. Bis ich unvermittelt beschleunige.

Spaziergang über den Baumwipfeln von Vancouver Island

Wie eine klassische Sehenswürdigkeit fühlt sich der Malahat SkyWalk nicht an. Vielmehr scheint die Konstruktion beinahe organisch ihrer Umgebung zu entspringen – und das trotz ihres modernen Designs. 32 Meter hoch erhebt sich der Aussichtsturm oberhalb eines Fjordes in die feuchte Pazifikluft. Dabei wirkt die Struktur aus Glas, Stahl und Douglasien-Holz überraschend filigran. Über eine spiralförmige Rampe windet sich der Weg zur Spitze.

Als ich oben ankomme, stehe ich stolze 250 Meter über dem Meersspiegel. Zu meinen Füßen entfaltet sich die ganze Schönheit der zerklüfteten Insel. Mein Blick schweift vom Finlayson Arm über die Baumwipfel bis zu den grünen Hügeln der Saanich-Halbinsel. Am Horizont kann ich sogar die schneebedeckten Gipfel des Mount Baker im US-Bundesstaat Washington ausmachen.

Malahat SkyWalk: staunen und lernen

Knapp vierzig Minuten benötige ich für die Fahrt von Victoria zum Malahat SkyWalk. Weitere 15 Minuten dauert der Fußweg vom Parkplatz bis zum Aussichtsturm. Die Nähe zu British Columbias Hauptstadt macht den Turm zu einem äußerst beliebten Ausflugsziel für Naturfreunde. Die sind bei ihrem Abstecher an die Küste zwar manchmal unter sich, aber nie auf sich alleine gestellt.

Entlang der Rampe und der Plattform verteilen sich hilfreiche Informationsstationen, die sich der Tier- und Pflanzenwelt der Region widmen. Welche Vogelarten segeln am SkyWalk vorbei? Warum ist der Küstenregenwald einzigartig? Und welche Rolle spielen Moose, Farne und uralte Zedern für das Ökosystem? Anders als auf verstaubten Museumstafeln sind die Infos so liebevoll aufbereitet, dass man sich gerne mit ihnen beschäftigt.

Nervenkitzel in luftiger Höhe

Ein Abstecher zum Malahat SkyWalk lässt aber nicht nur den eigenen Wissensstand ansteigen, sondern auch den Adrenalinspiegel. In der Mitte der obersten Plattform ist ein riesiges Netz gespannt. Mutige wagen sich über den gähnenden Abgrund, nur durch die Maschen vom Untergrund getrennt. Nach den ersten Schritten ohne festen Boden unter den Schuhen sind meine Handflächen definitiv ein wenig feucht.

Eine Überraschung hält dann der Weg nach unten für mich bereit. Dabei ist es nicht etwa das „Wie“, mit dem ich nicht gerechnet hätte. Immerhin gibt die große Rutsche einen gut sichtbaren Hinweis auf die schwungvolle Variante für den Abstieg. Wohl aber habe ich die Geschwindigkeit unterschätzt. Auf einer Filzunterlage sause ich mit einigem Karacho hinab in die Tiefe. Keine 15 Sekunden später bin ich unten angekommen.

First Nations: Kunst mit spiritueller Bedeutung

Mit dem Verlassen des Malahat SkyWalks endet die Entdeckungsreise übrigens nicht. Die Anlage befindet sich auf dem Land der Malahat Nation. Künstler der lokalen First Nations haben monumentale Adlerskulpturen geschaffen und ausgestellt, die mit weit gespreizten Flügeln tolle Fotomotive abgeben. Die imposanten Tiere stehen für die Verbindung zwischen Erde und Himmel.

British Columbia in allen Facetten

So weit der Ausblick vom Malahat SkyWalk auch reicht: Wer British Columbias gesamte Vielfalt erleben möchte, muss noch weitere Routen einschlagen. Zum Beispiel die „Rainforest to Rockies“-Routen. Die faszinierenden und abwechslungsreichen Pfade führen auf mehrtägigen Trips von Vancouver aus zu zahlreichen natürlichen und kulturellen Highlights der Provinz.

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