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Stubaier Gletscher: Nicht nur in der Vorsaison ein Garant guten Schnees

Das Stubaital ist wie geschaffen für Wintersport. Vergleichsweise hoch am Alpenhauptkamm gelegen wird es meist mit reichlich Schnee gesegnet. Und wenn nicht, gibt es immer noch einen Gletscher, auf dem die Bedingungen eine Skisaison von September bis Juni erlauben. Auch dank der guten Erreichbarkeit ist der Stubaier Gletscher ideal zum Warmfahren für das große Nordamerika-Abenteuer.

Es passierte in den vergangenen Jahren häufiger. Während in den Alpen an weiße Weihnachten oder ein Neujahrsfest mit frischem Powder kaum zu denken war, kamen in so manchen Skigebieten in den USA und Kanada tonnenweise Neuschnee hinunter. Wer zum Saisonbeginn über den Teich zum Skifahren und Snowboarden wollte, stand vor einem entscheidenden Problem: Wo sollte man sich warmfahren, wenn man vom ersten Tag an 100 Prozent geben wollte?

Der Großteil der Skigebiete in den USA und Kanada startet Anfang oder Mitte November in die Saison. Am Stubaier Gletscher eröffnen die Lifte, je nach Schneelage, bereits Mitte September. Genug Zeit also, um sich für ein paar Tage zwischen Innsbruck und Neustift einzunisten und auf den erstklassig präparierten Pisten auf die Reise nach Lake Louise, Aspen oder Whistler vorzubereiten. Doch der Gletscher in den Stubaier Alpen ist noch viel mehr als nur Warm-up-Terrain.

Freeride-Feeling auf dem Daunenhang

Es ist kurz nach Weihnachten und die ersten Schneefälle im Dezember haben für eine solide Basis auf den Pisten der Alpen gesorgt. Und wie gerufen kommt Frau Holle am Heiligen Abend noch einmal vorbei, um ihre Kissen kräftig auszuschütteln – direkt über den Stubaier Alpen. Fast ein halber Meter Schnee rieselt auf den Gletscher zwischen Daunkopf und der 3.333 Meter hohen Schaufelspitze – auch „Top of Tirol“ genannt. Was das für die kommenden Tage bedeutet, ist klar: Powder-Runs innerhalb des lawinengesicherten Terrains des Skigebiets. Die Lawinengefahr abseits der markierten Pisten steigt aufgrund des Neuschnees, doch aktuell gibt es keinen Grund, das Skigebiet zu verlassen.

Über den Gamsgarten geht es zum Rotadl-Sessellift und weiter hinauf zum Wildspitz. Am frühen Morgen hat man das Privileg, die ersten Spuren in den Schnee zu zeichnen. Und das ohne eine anstrengende Skitour zu unternehmen oder den Helikopter zur Hilfe zu holen. Die breite Daunferner-Piste und der etwas steilere Daunenhang direkt daneben stellen sich an diesem Morgen als absolute Genussabfahrten heraus. Trotz Kälte und Wind scheinen alle Gesichter, in die man schaut, ein breites Lächeln zu offenbaren. Das weiße Gold unter den Brettern gibt reichlich Grund dazu.

Der Daunferner-Schlepplift ist das einzige Manko im westlichen Teil des Skigebiets, denn bei den hohen Windgeschwindigkeiten, die auf dem Gletscher manchmal um den Skihelm blasen, kann die Fahrt durchaus ungemütlich werden. Doch an einem solchen Vormittag ist selbst das nur ein unwichtiges Detail am Rande. Zu schön ist der Ritt durch den vom Wind immer wieder frisch aufgewehten Schnee, der bei jeder Abfahrt das Gefühl einer First-Line vermittelt.

Dann wäre da noch die Talabfahrt. Was langweilig klingt, bedeutet am Stubaier Gletscher vor allem an Neuschneetagen Powder-Spaß pur. Die Wilde Grub’n ist eine zwar lawinengesicherte, jedoch unpräparierte Skiroute vom Daunjoch hinab ins Tal. Zehn Kilometer lang geht es bei bestem Wetter über sanfte Pillows sowie anspruchsvolle Steilhänge. Abermals kommt Freeride-Feeling auf, denn vorhandene Spuren findet man zu diesem Zeitpunkt nur wenige. Und auch das Gletscherskigebiet mit seinen beiden Gondeln Gamsgarten und Eisgrat, die vom Tal hinauf fahren, verschwindet für einen Moment lang komplett hinter dem eindrucksvollen Panorama der Stubaier Alpen.

Falls die Schneelage Powder-Abenteuer innerhalb des Skigebiets mal nicht zulässt, kann man mit einem ortskundigen Ski-Bergführer ins sogenannte Powder-Department eintauchen. Die 13 Freeride-Runs befinden sich außerhalb des lawinengesicherten Geländes und sollten daher nur von erfahrenen Skifahrern und Snowboardern und NIE ohne Guide befahren werden. Am Freeride-Checkpoint kann man sich über die Lawinensituation informieren, aktuelle Streckeninfos erhalten und einen LVS-Check durchführen. Die entsprechende Sicherheitsausrüstung zum Freeriden bekommt man in den Intersport-Shops im Skigebiet.

Insider-Tipp

Ein Skiverleih mitten auf dem Gletscher mag ungewöhnlich klingen, ist aber enorm praktisch. Wenn der Skistiefel doch nicht passt oder man spontan auf einen anderen Ski-Typ wechseln möchte, muss man nicht hinab ins Tal fahren, sondern kann das am Stubaier Gletscher direkt in den Intersport Shops an den Bergstationen der beiden Gondelbahnen Eisgrat und Gamsgarten erledigen. Wenn man anschließend den Skitag mit der Talabfahrt beenden möchte, ist die Rückgabe an den Talstationen ebenfalls problemlos möglich. Die vier Intersport-Shops am Stubaier Gletscher bieten außerdem einen Depot-Service an, sodass man ohne das schwere Skiequipment in den Bus steigen kann.

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